Kaffee und Gold – Na, wo sind wir wohl gerade?

Von Lino

„Hey, es regnet!“ Wie oft wir diesen Satz in den letzten anderthalb Wochen gesagt haben, lässt sich sicher nicht mehr zählen. Willkommen in Kolumbien, liebe LeserInnenschaft. Macht euch bereit auf eine feucht-fröhlich-fiebrige Reise mit uns durch das Land des Goldes und Kaffees!Colombia

Begonnen hat alles vor etwas mehr als einer Woche, als wir Mexiko-Stadt den Rücken kehrten und uns in den Flieger nach Bogotá, Kolumbien gesetzt haben, von wo aus es gleich weiter nach Medellín ging. So hätte es zumindest sein sollen. Dachten wir. Falsch gedacht. Unseren letzten Abend in Mexiko wollten wir nämlich wirklich noch etwas genießen, vor allem da Meggi auf Grund den bereits beschrieben Rachegelüsten eines ehemaligen Aztekenkönigs die meiste Zeit darniederlag und ich meine alten Zivildienst-Skills wieder auspacken durfte.  Also wenigstens an unserem letzten Abend noch etwas feiern und  uns mit den üblichen Verdächtigen des Kongresses in einer netten Bar unweit unserer Hotels verabreden. Dort gab es sehr leckeren pulque zu trinken, einen fermentierten Agavensaft. Ein schleimiges, doch äußerst leckeres Gesöff. Man redete, trank, die Zeit floss dahin und wir erinnerten uns dann vage, dass wir am nächsten Morgen um halb 4 Uhr früh das Hotel verlassen mussten, um rechtzeitig am Flughafen zu sein. Nach einer bis drei Stunden Schlaf, abhängig vom jeweiligen artigen, schleppten wir uns also in das Taxi und freuten uns auf etwas Ruhe und Entspannung im Flugzeug nach Kolumbien. Als wir in der Lobby ankamen, waren wir schon etwas verspannt: Eine riesige Schlange vor unserem Abfertigungsschalter. Naja, kann passieren, genügend Zeit hatten wir auch eingeplant, also angestellt und durchgehalten. Nach etwa 45 Minuten und einer Fortbewegungsdistanz von etwa 30 Zentimetern wurden uns dann doch etwas mulmig. Alex ging an der Schlange vorbei zum Schalter, um sich die Sache mal näher anzuschauen und kam mit einem wahrhaft fürchterlichen Lächeln zurück: „Der Flug wurde gerade gecancelt. Alle Leute hier versuchen mit anderen, vollen Flugzeugen genau dahin zu kommen, wo wir morgen um 8h morgens einen Auftritt haben“ Strike! Nach weiteren 20 Minuten hektischem „Was machen wir denn jetzt?“ kam unsere Rettung. Und man mag es kaum glauben, doch ich schwöre es ist wahr, unsere Rettung war das UNHCR, das Flüchtlingshilfswerk der UN, beziehungsweise eine Mitarbeiterin desselben, die hinter uns in der Schlange stand. Sie hatte keine Lust zu warten, bis sie einen neuen Flug zugelost bekam, sondern ging sich auf eigene Faust einen organisieren. Anne und Alex hängten sich einfach hintendran und wurden vom Fahrtwind ihrer Engagiertheit zu einem Terminal einer anderen Fluggesellschaft gezogen, an der wir uns dann, nach 4 Stunden Wartezeit (Und nur zur Erinnerung: 1-3 Stunden Schlaf) endlich einen Flug nach Medellín organisieren konnten. Über El Salvador. Ich wusste bis dahin nicht mal, dass dieses Land überhaupt existiert. Allerdings ging dieser Flug erst in ein paar Stunden und mittlerweile waren wir alle WIRKLICH müde. Doch wenn man einfach mal fragt, was zum Geier man denn in der Wartezeit tun soll, dann geben einem die freundlichen Mitarbeiter einfach einen Gutschein für einen Aufenthalt in dem Flughafenhotel. Dort konnten wir dann, TACA sei Dank, endlich ein paar Stunden ausruhen, bevor wir den Flieger bestiegen. Nach dem Umstieg und einem ziemlich unruhigen Flug kamen wir dann um 1 Uhr nachts endlich in Medellín an. Diese Stadt ist ziemlich abgefahren. Mitten in einem Tal gelegen und ringsum von Bergen eingerahmt, ist hier immer Frühling. Es regnet so gut wie jeden Tag, es scheint aber auch jeden Tag die Sonne. Alles ist grün und bergig und feucht. Und noch etwas anderes hat diese Stadt bekannt gemacht. Pablo Escobar hat in den 80er Jahren diese Stadt zu einer der gefährlichsten der Welt gemacht. Doch das ist mittlerweile alles Geschichte. Unser Hotel war wunderschön und wir hatten einen tollen Ausblick über die Skyline. Doch wirklich viel Zeit diese zu genießen hatten wir nicht. Vier Stunden später hielt ein Taxi vor dem Hotel und brachte uns zu einer deutschen Schule in Copacabana wo wir:

1. eine viereinhalb Stunden Fortbildung hielten,

2. eine Improshow vor etwa 200 Schulkindern spielten

und 3. eine K.B.M-Show vorführten.

artige Geschichten spielendDeutsch Copacabana

Von 7 Uhr morgens bis 6 Uhr abends waren wir an der wirklich schönen Schule; doch als wir abends ins Hotel zurückkamen waren wir gerädert, aber auch sehr stolz auf uns, denn alles lief wirklich richtig gut! Und so gönnten wir uns im Hotel einen kurzen Besuch im römischen Dampfbad und schlenderten ins Hotelrestaurant. Dort wollte ich mir das typische Nationalgericht bestellen, bandeja paisa. Quasi ein Gemisch aus Bohnen, Speck, Steak, Spiegelei, Kotletts, frittiertem Schweinespeck und einem Hauch Koriander. Es war 10 Uhr abends, ziemlich schwül, ich hatte 3 Stunden geschlafen und 11 Stunden theatrales Remmi-Demmi hinter mir. Der Kellner hat mir wahrscheinlich an diesem Abend das Leben gerettet, denn er weigerte sich schlichtweg meine Bestellung anzunehmen. Ach ja, immer diese Gringos….

Am nächsten Tag hatten wir eine Improshow im Auditorium der Deutschen Schule Medellín. Naja, Auditorium ist vielleicht das falsche Wort, vergleichbar war das Teil so in etwa mit dem Festsaal in der Hofburg. Ich saß im Technikstüberl ganz oben und konnte auf eine Vielzahl von bunten Spots und Verfolgern zurückgreifen, während die anderen drei unten vor etwa 250 Teenagern eine großartige Show ablieferten.

AuditoriumDSC06222

Von da mussten wir uns dann leider gleich auf den Weg zum Flughafen machen, um rechtzeitig in Bogotá anzukommen. Dort landeten wir ein einem großartigen Apartment, mit 4 Schlafzimmer, 6 Bädern und gefühlten 12 Flachbildfernsehern an den Wänden. Doch worüber freut man sich am meisten, wenn man auf Tournee ist? Über die Waschmaschine und den Trockner, die in der Küche bereitstanden. Endlich wieder frische Wäsche! Hier in Bogotá hatten wir einen Auftritt und eine Fortbildung im Goethe-Institut und kurioserweise habe ich dort auch eine alte Freundin aus Segeberg wieder getroffen. Tine arbeitet dort nämlich beim DAAD (wir erinnern uns: Deutscher Akademischer Austauschdienst, nicht zu verwechseln mit dem DaF, Oead, ÖKF, oder PASCH). Doch vor der Improshow hatten wir noch ein paar K.B.M.-Auftritte zu absolvieren. Sowohl in der Las Scalas Schule als im Colegio Andino. Beides Schule, an denen Deutsch unterrichtet wird. Und wir merkten, das wir uns wieder auf 2,600 Metern befanden. So viel rumrennen und dann noch singen…

K.B.M.

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Fortbildung

artige Geschichten

Hier merkte ich auch das erste Mal ein unbestimmtes Kratzen im Hals, das bis zur Aufführung im Goethe immer schlimmer wurde. Eine Mandelentzündung war leider im Anmarsch und brach dann auch aus. Einzelheiten erspare ich euch jetzt, doch lasst euch gesagt sein: Penicillin-Spritzen sind KEIN Spaß, absolut nicht, oh nein. Meine Frage nach dem Erblicken des Mordinstruments: „Doctor, one question: Does this syringe hurt?“ „On a scale from 1 to 10? I’ll say 11! You will scream a lot.“ gefolgt von einem wirklich schadenfrohen Gelächter! Er hatte wohl  nicht so oft Gelegenheit Penicillin-Spritzen zu geben und freute sich über jede Gelegenheit!

Und nun sitzen wir hier am letzen Tag in Bogotá und ich schreibe diese Zeilen. Morgen geht es auf in die zona cafetera wo Alex, Meggi und ich die Osterwoche verbringen werden, während Anne mit einem alten Bekannten die Karibik-Küste bereist. Am Wochenende müssen wir uns dann wieder von Kolumbien verabschieden und auf geht es nach Venezuela.

Seid gespannt!

Hasta luego!

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Wo die wilden Lektor_innen wohnen… in Mexiko!

Von Lino

Mexico City. Eine der größten Städte überhaupt. Laut, bunt, schnell. Frida Kahlo hat hier mit Leo Trotzki für die mexikanisch-russische Völkerverständigung gesorgt. Straßenstände an jeder Ecke bieten ein Abenteuer für zwischendurch! Umso besser es riecht, desto größer die Chance die nächsten drei Tage auf dem Porzellanthron zu sitzen. Totenköpfe und Tacos, alles ist hier versammelt. Und wir mittendrin!

Comiendo en la calle FridaHallo ihr fleißigen Leseratten, ein neues Update steht an, diesmal aus Zentralamerika. Unsere Tournee hat begonnen! Wir sind in Mexiko angekommen und sind eigentlich schon fast wieder weg. Also höchste Zeit euch mal zu erzählen, was uns hier alles passiert ist. Einer der Gründe, warum wir wieder 4 Zeitzonen gewechselt haben (von Argentinien aus gesehen), war der Kongress „Ästhetisches Lernen im DaF-Unterricht“ organisiert vom who is who der Szene: Goethe, DAAD, OeAD, ÖKF etc. Wer jetzt nicht glänzende Augen bekommt, dem sei verziehen, aber unsereins,  die Impro und DaF unterrichten, wir fühlen uns wie das sprichwörtliche Kind im Süßigkeitenladen. Der Kongress fand von Montag bis Mittwoch statt, und artig war sowohl mit einem Workshop, als auch mit einer Show für die Abschiedsfeier im, übrigens sehr schönen, Goethe-Institut dabei. Die Workshops und Vorträge fanden allerdings nicht im Institut selber statt, sondern auf dem Campus der UNAM, der ältesten Universität des Kontinents. Und um nochmal einen draufzusetzen, schließlich haben wir ja bisher nicht genug mit Superlativen um uns geworfen, einem Campus, der mehrere eigene Buslinien und eine 4-spurige Ringstraße besitzt.

Kongress

Da wir bereits am Samstag angekommen sind, hatten wir vor dem Kongressbeginn genügend Zeit, die wirklich vorzügliche mexikanische Küche zu genießen und uns diese gigantische Stadt ein wenig anzuschauen. Doch dann, in der Nacht vor unserem Workshop, schlug sie zu: Montezumas Rache! Meggi wurde das Opfer, wurde auf Stand-by gestellt und an Infusionsflaschen gehängt.  Gott sei Dank ist aber artig zu viert und noch dazu eine Improvisationstheatergruppe. Wir haben die ganze Tournee sogar so geplant, dass wir zur Not auch alles als Einmann oder -frau-Show spielen können… naja, das ist zwar gelogen, aber wir mussten eben improvisieren. Als Anne, Alex und ich dann auf dem Campus waren, kam gleich die nächste Nachricht. Statt der von uns gewünschten Höchstzahl von 20 Teilnehmenden beim Workshop hatten sich 40 Interessierte angemeldet! Wir trauten unseren Ohren nicht und waren entzückt. Also wurde wieder improvisiert, die Gruppe geteilt und auf Grund von akuter Raumnot hielt ich mit meiner Gruppe den Workshop einfach open air, neben schmusenden Pärchen und zwischen Bäumen, während Anne im Auditorium mit den Teilnehmenden arbeitete, die keine geeigneten Schuhe für eine Theatergruppe im Wald mitgebracht hatten. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht und auf diesem Wege möchten wir uns noch einmal bei allen bedanken, die teilgenommen haben. Es war groß-artig mit euch zu spielen.DSC05821

spielendDeutsch im mexikanischen Wald

Und so mussten wir auch unsere Show am dritten Tag des Kongresses im Goethe-Institut leider nur zu dritt spielen, doch nach der letzten Szene war klar, dass Meggi mit uns auf der Bühne gewesen ist, wenn auch nur in Gedanken.  Solche genialen Charaktere hätte nur sie sich ausdenken können! Auch hier nochmal ein riesen Dankeschön an die 200 ZuschauerInnen, die mit uns an diesem Abend wirklich Spaß gehabt haben. Und danach kam, was immer kommt bei Abschlussfeiern: Karaoke. Diesmal sogar mit Live-Band. Und wir sind uns alle sicher, dass ein gewisser DAAD-Lektor definitiv den falschen Beruf gewählt hat. Aber als Rockstar hat man eben meistens keine so lange Lebenserwartung…

Und so packen wir wieder langsam unsere Kongresstaschen, die in einem Blau gefärbt sind, das man in Europa nirgendwo findet (laut Prof. Dr. Carmen Schier), und bereiten uns auf unsere Abreise nach Kolumbien vor, wo wir auch endlich wieder in unsere bunten Anzüge schlüpfen können.

Hasta luego!

Auf zu neuen Ufern…

Von Lino

In ein paar Stunden ist es soweit. Ein Taxi wird hier vor der Tür unseres Hauptquartiers in Buenos Aires halten, uns zum Flughafen bringen und dort werden wir uns in eine Maschine der aeromexico setzen und  nach 8 Stunden Flug in einer der größten Städte dieses Kontinents ankommen: Mexico City! Die Tournee beginnt…

Doch spulen wir den Film etwas zurück. Vor etwa anderthalb Wochen waren wir nämlich noch ganz woanders. Nämlich im la sede teatro um dort unsere erste bilinguale Impro-Show „artige Geschichten“ zu spielen. Halb Spanisch, halb Deutsch, aber komplett artig! Um es gleich vorab zu sagen: Es war genial! Szenen, die auf Spanisch beginnen und auf Deutsch enden, Szenen, die mit nur 4 deutschen Wörtern auskommen und Szenen, in denen, während gespielt wird, das Publikum bestimmt, welche Sprache gerade gesprochen werden soll! Ein Riesenspaß und definitiv ein Konzept, welches wir auch in Wien ausprobieren werden! Freut euch schon mal drauf. Und noch eine Neuartigkeit gab es bei dieser Show, wir mussten das erste Mal Menschen nach Hause schicken, weil wir voll waren. Also nicht wir, sondern das Theater. Bis auf den allerletzten Platz gefüllt haben wir unsere Show gespielt, und das in einer Stadt, in der 3 Mitglieder von artig erst seit einem Monat wohnen. Wir sind immer noch ganz hin und weg…artige Geschichten artige Geschichten

Und dann war es vorbei. Alles, was wir in Buenos Aires tun wollten, war gespielt, geprobt und aufgeführt worden. Nach 4 Wochen Arbeit und vor einer 3 monatigen Tournee hatten wir uns einen klitzekleinen Urlaub wirklich verdient. Gaby, unsere Co-Produzentin, hatte uns angeboten, dass wir ihr Strandhaus in Monte Hermoso für ein paar Tage benutzten könnten. Da ließen wir uns nicht lange bitten. So schön Buenos Aires auch ist, irgendwann sehnt man sich doch nach ein wenig Natur und einer Luft, die nicht das typische Aroma aus Abgasen, Empanadas und Hunden hat. Monte Hermoso ist ein Strandort von etwa 5000 Einwohnern, 500 Hunden und einem kilometerlangen Strand. Sonntagabend standen alle vier artigen mit Badehose im Gepäck am Busbahnhof Retiro und staunten nicht schlecht, als sie einen Bus bestiegen, der der First Class in einem Flugzeug in nichts nachstand. Und es soll gerüchteweise sogar noch drei Klassen darüber geben. Dort schwebt man wahrscheinlich in völliger Schwerelosigkeit seinem Zielort entgegen… Nach 8 Stunden entspannter Fahrt kamen wir also am Montagmorgen an und waren entzückt. Ein wunderschönes Häuschen nur für uns, 300 Meter Fußweg bis zum Strand und eine Ruuuuhe, ach, herrlich. So verbrachten wir 4 Tage Mate trinkend, im Wasser planschend und UNO spielend, bis wir wieder zurück mussten.artig am Strand artig am Strand

Denn jetzt beginnt sie wirklich, die Tournee. Die letzten Sachen werden gepackt, die Koffer gewogen, die perfekte Packtechnik gesucht und ich versuche herauszufinden, wie ich eine 2 kg Packung yerba mate  nach Mexico schmuggeln kann, ohne das wir unser Gewichtslimit erreichen.

Der nächste Eintrag von uns wird euch also aus Zentralamerika erreichen. Mal schauen, was passiert…

Hasta luego!

Die Premiere und der Herbst; oder „Im Waschsalon liegt der Hund begraben“

Von Lino

Lang, lang ist’s her, dass unsere geschätzte Leserschaft etwas aus dem fernen Silberlande* erfahren konnte. Doch eure ergebenen artigen waren ausnehmend beschäftigt. Nämlich mit Premieren spielen!! Yeah, wir haben es geschafft und nach drei Wochen intensivster Proben endlich unsere Premiere für K.B.M. – Kleine bunte Männchen an der deutschen Schule Temperley gespielt und gleich danach auch noch an der Pestalozzi Schule Buenos Aires. Doch der Reihe nach:

Ende letzter Woche hatten wir unsere Generalprobe und waren alle sehr zufrieden mit unserer Arbeit. Ich hatte es endlich geschafft, bei meinem Super-Smash-Hit „Karl der Klarinettenkäfer“ alle Töne zu treffen und mein Männchen war zu einer gleichzeitig angsteinflößenden und bemitleidenswerten Mischung aus Gollum und Steve Urkel geworden, Anne hatte ihre Hip-Hop-Choreo zum „Märchen-Rap“ an den Rand der Perfektion gebracht, Alex hatte sich dermaßen in die Rolle des von bunten Männchen verfolgten Musikers hineingelebt, das Syd Barret dagegen wie der nette Nachbar von nebenan aussehen würde und Meggi hatte Beethovens 9. und 5.  und ein Gedicht, das jeden Beat-Poeten vor Neid erblassen lassen würde, zu einem wahrhaft phantasmagorischen Konglomerat aus Text und Musik verschmolzen. Ähm. Naja, wie gesagt wir waren alle ziemlich zufrieden mit unserer Arbeit. Doch etwas Entscheidendes hat uns jedesmal gefehlt, auch bei der Generalprobe: die Kinder. Es ist und bleibt nun mal ein Kindertheaterstück, und die Interaktion mit ihnen eigentlich das wichtigste Element des ganzen Stückes. Und auch wenn sich Matías, unser Regisseur, und Gaby, unsere Produzentin, alle Mühe gegeben haben, bei den Proben in die Rolle von siebenjährigen Grundschulkindern zu schlüpfen, ist es doch etwas komplett anderes, tatsächlich vor 100 Kindern zu stehen und immer noch alle Töne zu treffen!  Das Wochenende nutzten wir dann auch um uns zu entspannen, auszuschlafen und gestärkt zur ersten Aufführung von K.B.M. an der deutschen Schule Temperley zu erscheinen. Temperley, so viel muss allerdings noch gesagt werden, liegt nicht in Buenos Aires, sondern ist eine eigene Stadt etwa eine Stunde vom Stadtzentrum entfernt. Daher mussten wir auch  um 6:30 Uhr morgens von unserer Wohnung losfahren um rechtzeitig in der Schule zu sein. Dort angekommen wurden wir sofort nett empfangen und haben unsere Technik vorbereitet, uns geschminkt und dann saßen wir voller gespannter Erwartung hinter der Bühne und hörten, wie sich immer mehr Kinderstimmen im Zuschauersaal einfanden.  Die Rektorin kommt zu uns, und sagt wir könnten anfangen. Noch einmal durchatmen und Alex läuft auf die Bühne. Nur Sekunden später geht ein herzhaftes Lachen durch die Reihen der Kinder und wir wissen, wir haben alles richtig gemacht. Sofort löste sich die Anspannung und wich einer gewaltigen Vorfreude auf den eigenen Bühnenauftritt. Und es war richtig gut! Als ich, komplett rot, auf die Bühne gekrabbelt kam, wurde ich sofort als der Leibhaftige identifiziert, Meggi war gleichzeitig eine Hexe und eine Eva und Anne war einfach nur cool! So sahen es auf jeden Fall die Kinder. Ein voller Erfolg, wie uns auch später von den LehrerInnen noch erzählt wurde, die sich alle für unsere Fortbildungen am nächsten Tag in der Schule eingefunden hatten.Fortbildung

Heute kam dann gleich der nächste Auftritt an der Pestalozzi Schule Buenos Aires, bei der wir so gut ankamen, dass uns die Kinder gar nicht mehr gehen lassen wollten und sich kurzerhand an unsere Gliedmaßen gehängt haben und auf uns drauf gekrabbelt sind. Wir freuen uns unglaublich auf die kommenden drei Monate und die vielen Kinder, die wir erschrecken, besingen und verzaubern können! Übrigens ist die Abreise von den Aufführungsorten immer besonders spannend… für die Passanten, denn die Haltbarkeit unserer Schminke auf den Gesichtern stellt selbst das so berühmte 3-Wetter-Taft in den Schatten: Weder Creme, noch Tücher noch eine Käsereibe schaffen es, das Zeug vollständig zu entfernen!

KBM Backstage

Aber wir haben ja auch noch ein Leben neben unserer Arbeit hier. Und da fallen dann so profunde Sachen wie Wäsche waschen ein wenig aus dem Konzept. Obwohl, hier in Bs.As. ist alles irgendwie Theater, auch ein Besuch im Waschsalon. So einen mussten Meggi und ich auf Grund des Fehlens einer Waschmaschine in unserem Appartement dann auch aufsuchen, denn so progressiv wie diese Stadt auch ist, nackt kann man trotzdem nicht Avocados einkaufen gehen. Glücklicherweise befindet sich ein Waschsalon genau gegenüber und so habe wir unsere Wäsche gepackt und sind losgezogen. Empfangen wurden wir vom Besitzer, einem älteren Herren, der zwar nicht sprechen konnte, uns aber mit geschickten Gesten gezeigt hat, wie die Waschmaschinen zu bedienen sind. Begleitet wurde er von einem großen Hund, der grundsätzlich alle Neuankömmlinge erst einmal anbellt und dann feststellt, das sie doch ganz zutraulich sind und sich gerne von ihnen kraulen lässt. Während ich also von den rotierenden Wäschestücken in der Maschine langsam hypnotisiert wurde, lief Meggi kurz hoch, um unsere Unterlagen für die Show am Samstag zu holen, damit wir am Showkonzept noch etwas feilen konnten, während wir warteten. Daher hat sie das folgende leider auch nicht live miterlebt und die werte LeserInnenschaft muss sich auf mein eher dürftiges Spanisch verlassen, wenn ich nun versuche zu beschreiben, was sich zugetragen hat. Plötzlich kam nämlich ein durchgepierctes Hippie-Mädchen in den Waschsalon gelaufen und versuchte den Hund zu stehlen! Offensichtlich war ihr Hirn mit mehreren psychotropen Substanzen angereichert und sie bildete sich ein, der Hund gehöre ihr. Sie hatte allerdings nicht mit dem resoluten Auftreten einer älteren Dame gerechnet, die sie so schnell wieder aus dem Waschsalon befördert hat, dass ich zuerst gar nicht wirklich mitbekommen hatte, was gerade geschehen war. Diese Dame, so hat sie uns anschließend erzählt, kommt nämlich ausschließlich in diesen Waschsalon, weil sie es so schön findet, von dem Hund begrüßt zu werden. Der Hund war also gerettet, die Wäsche zwar nicht wirklich sauber, dafür nass statt trocken, aber immerhin schön parfümiert und wir um die Erfahrung reicher, dass man viel öfter in einen Waschsalon gehen muss.Wäsche Wäsche

Und so genießen wir hier also unsere letzten Tage in dieser chaotischen Stadt und freuen uns, dass der Herbst langsam seine Finger ausstreckt und Buenos Aires von den drückenden Temperaturen der letzten Wochen befreit und die Sonne einen beim Spazierengehen wie warmer Honig umfließt.

Und wir freuen uns auf unsere erste bilinguale Improshow am Samstag, die große Verabschiedungsparty in Alex Wohnung, unseren Kurzurlaub in Monte Hermoso nächste Woche und auf alles, was uns diese Tournee noch zeigen wird. Freut euch schon auf unseren nächsten Eintrag!

Hasta luego…

*Argentum: chem. Bezeichnung für Silber -> Argentinien, so genannt wegen der vielen Silberfunde zur Zeit der spanischen Kolonialherrschaft.

Grün, grün, grün ist alles was wir haben!

Von Lino

Jetzt ist schon wieder was passiert! Ich wollte nämlich immer schon mal einen Text mit diesem berühmten Zitat von Wolf Haas beginnen. Erledigt! Aber was genau passiert ist, hat zum Glück wenig mit den Brenner Krimis zu tun: Es ist nämlich schon wieder eine Woche rum und damit auch Zeit für ein kleines Update für alle Daheimgebliebenen.

Fangen wir mit Buenos Aires an, der Stadt, die wir langsam immer besser kennenlernen. Zum Beispiel haben wir in der letzten Woche gelernt, das BA die Stadt der Hunde ist.  Wer jetzt aber von lateinamerikanischen Pauschalisierungen ausgeht, dass ich damit Straßenhunde meine, der oder die irrt sich. Nein, die porteños haben einfach unfassbar viele Hunde als Haustiere. An jeder Ecke sieht man mindestens einen Menschen mit Leine in der Hand, manchmal allerdings auch mit 15 Leinen plus entsprechenden Hunden am Ende. Wenn schon Hundesitter sein, dann aber auch ökonomisch arbeiten! Dass die Hunde dabei den gelangweilten Blick ihres Sitters perfekt nachahmen konnten, war eigentlich ein Bild für die Götter und natürlich diesen Blog. Leider hatten wir keine Kamera dabei. Ebenso wie der ältere, dickliche Herr ohne Haare, der einen perfekt frisierten weißen Pudel mit Haaren auf seinem Schoß liebkoste.

weiße HundeEs gibt wohl nur eine andere Sache, die die  porteños genauso lieben wie ihre vierbeinigen Begleiter und die man ebenso häufig sieht: die mates, kleine Trinkgefäße, die mit grünem yerba gefüllt sind und aus denen ein bombilla heraus schaut, ein Trinkhalm aus Metall mit einem Sieb am Ende. Dabei bezeichnet mate tatsächlich nur den Namen des Trinkgefäßes und nicht, wie in Europa oft angenommen, den Namen des Tees. Wie auch immer, das Zeug wird hier literweise getrunken, von allen Altersschichten, bei allen Gelegenheiten. Und auch wir haben die Vorzüge dieses bitteren Gebräus bereits erkannt. Gesünder als Kaffee, anregende Wirkung und nach dem 4. oder 5. Aufguss schmeckts auch gar nicht mehr so grausig. Und dass ich euch hier gerade um Mitternacht nach über 6 Stunden Probe noch einen Blogeintrag schreibe, ist auch dem Tee zu verdanken.

Wen übrigens noch interessiert, wie wir unser Wochenende verbracht haben, naja, euch sei so viel gesagt: Wir wissen jetzt, dass Schaumpartys in Österreich nicht ohne Grund verboten sind…

Aber neben dieser säubernden Erfahrung haben wir noch etwas anderes getan. Etwas, was wir schon längst hätten tun sollen, naja ICH hätte tun sollen: Wir haben angefangen Tangostunden zu nehmen. Meggi, Anne und meine Wenigkeit. Also macht euch auf was gefasst, wenn wir wieder da sind… Tango ist definitiv sehr artig!

Anderes Thema: Unsere Arbeit hier. Die Proben laufen super, das Stück ist jetzt so gut wie fertig, es wird nur noch an Details herumgeschraubt. Doch wie man weiß, der Teufel liegt da sehr oft und sonnt sich. Wer kennt nicht das schöne Kinderlied „Grün, grün grün sind alle meine Kleider“. Fast alle, oder? Jahaa aber dass dieses einfache Lied doch einige Tücken aufweist, vor allem gesangstechnisch und vor allem und hauptsächlich bei mir…  Aber Übung macht den Meistersinger von Buenos Aires. Und dann gibt es noch einige kleine technische Probleme zu lösen, zum Beispiel, wie man den Sender eines Mikrofons an einem Morphsuit befestigt, oder wie man eine energetische Probe abhält, wenn man und frau den Bauch voller Ravioli hat. Und dabei hat die eigentliche Tournee ja noch gar nicht begonnen und Premiere für das Stück ist auch schon in einer Woche. Als wir das realisiert hatten, ist der excitement-level gleich wieder einige Punkte nach oben geschnellt. Wir haben hier alles, außer Alltag!Proben Proben

Wir melden uns wieder, wenn die Kinder von Buenos Aires das erste Mal in ihrem Leben das Lied von Karl, dem Klarinettenkäfer gesungen haben! Oder vielleicht sogar schon früher.

Stay tuned und hasta luego!

P.S.: Dank an Irene und Dave für das tolle Care-Paket mit Süßigkeiten, das sie uns mitgegeben haben. Der Zuckerwatte-Kaugummi erfreut sich bei unseren Mädels äußerster Beliebtheit!

Kaugummi

Una pausa, por favor, entschuldigung, once again!

Von Lino

Woche zwei. Gewitter Nummer zwei. Wochenende Nummer zwei. Alles haben wir bisher schon doppelt erlebt und doch ist so viel Neues dazugekommen. Am besten wir fangen mit dem Wochenende an: Nach einer Woche durchgehend Proben haben wir uns wirklich darauf gefreut, einfach mal nur zwei Tage nichts zu tun. Wobei „nichts“ stimmt so auch wieder nicht: Am Freitag sind wir direkt nach der Probe das erste Mal….

Stopp! Breaking News! Gerade eben (21:30) fangen sie unter uns an, auf der Straße rum zuschreien, dass irgendwas brennen würde. Ein Feuerwehrzug steht direkt vor unserem Haus, plus Polizei, plus einige Schaulustige. Anscheinend hat ein Grill im Innenhof gegenüber von uns Feuer gefangen. Wenn die Argentinier grillen, dann aber richtig! Da wird auch mal ein Auto mitgegrillt… Aber Entwarnung, alles ok, nichts ist passiert. Abgesehen von den Steaks, die jetzt wohl etwas zu durch sind.

Wo war ich? Ach ja, das erste Mal in einen Club gegangen. Der Club war ziemlich stilvoll, ein Wohnzimmerraum als Bühne und eine Art Wintergarten als Bar. Auf eine Große Leinwand über der Bar wurde Tim Burton’s Beetlejuice projiziert. Wir haben uns alle unsere Ration „Fernet con Cola“ an der Bar geholt und dann, tja dann sind wir nicht etwa tanzen gegangen oder haben angefangen uns unter die Einheimischen zu mischen, nein, wir wurden einfach so von dem Film gefesselt, dass wir ihn bis zum Ende angesehen haben. Als dann eine Indie-Band aus BA zu spielen angefangen hat, haben wir gemerkt, dass die Kombination aus einer Woche Probe, einer Temperaturveränderung von knapp 25 Grad zu Wien und kaltem Fernet ziemlich müde macht. Yeah!… Die Band war übrigens trotzdem ziemlich gut!

Der Samstag stand dann ganz im Zeichen von Ausschlafen und Shakespeare. Momentan ist in BA ein Shakespeare-Festival, und Alex hat bei einer Produktion Musik gemacht. Ein Impro-Shakespeare-Stück. Shakespeare ist toll, selbst auf Spanisch und komplett improvisiert versteht man die Handlung mühelos: Alle intrigieren gegen alle, und am Ende überlebt nur einer, der sich deswegen umbringt.  Das Ganze noch open air vor der Skyline BA. Sehr schön. Und natürlich war die Musik großartig!

Sonntag dann der berühmte Markt in San Telmo: Über einen Kilometer Stände und VerkäuferInnen. Es wurde sich mit Tangomusik und Mafalda-Comics eingedeckt, lecker gegessen und als Abschluss ein Fernet getrunken. Und dann, ja dann kam es, das Gewitter Nummer zwei. Das erste war ja bereits in der Nacht unserer Ankunft, daher haben wir es ziemlich verschlafen. Aber dieses hier… Zentimeterhoch Wasser in den Straßen, Regengüsse, die einen wegschwemmen und weit und breit kein Taxi, das uns nach Hause und ins Trockene bringt. Also Beine in die Hand und los zur nächsten Busstation. Vom Bus dann in die U-Bahn und nach Hause. Dachten wir. Obwohl, Meggi und ich hatten Glück, unsere Linie fuhr noch, obwohl im ganzen U-Bahn-Schacht Wasser eindrang und ständig die sehr beunruhigende Meldung über die Lautsprecher kam, dass kein Grund zur Beunruhigung bestünde. Anne hatte weniger Glück: Ihre Linie war bereits weggeschwemmt und sie hatte eine Odysee homerischen Ausmaßes zu erleiden, ehe sie nach Hause kam. Alles, was nicht 25 Grad und blauer Himmel ist, stürzt die Stadt anscheinend ins Chaos.

Tango

Mafalda

Überschwemmung

Ein Wort noch zu den Proben, vor allem zu den babylonischen Sprachverwirrungen die dort mitunter herrschen. Ich spreche, wie wohl hinreichend bekannt, kein Spanisch. Matias, unser Regisseur kein Deutsch. Anne, Meggi und Alex dagegen fließend Spanisch und ich fließend Deutsch. Wir alle Englisch. Doch klappt das Verständnis unter einander trotzdem super, es wird einfach alles in allen Sprachen gesagt, und zwar von, tja, auch irgendwie allen. Das führt dann zu so schönen Satzkonstruktionen wie im Titel beschrieben. Aber hey, wir sind alle SchauspielerInnen, zur Not verständigen wir uns auch durch Schnalz- und Klacklaute! Die Proben laufen wirklich gut, wir haben mittlerweile durch viel Körperarbeit unsere Charaktere für K.B.M (Kleine bunte Männchen) fixiert. Teilweise sind sie ganz anders geworden, als wir es uns vorgestellt haben, was die Proben sehr spannend macht. Momentan sind wir dabei, die Lieder und Gedichte für das Stück zu entwickeln, was sehr viel Spaß macht.

Proben

Proben

Proben

Proben

Das wäre nun auch das Neuste aus Argentinien von uns, wir sind gespannt, was uns diese Woche erwartet. Und ihr werdet es dann zu lesen bekommen.

Hasta luego!

Wenn Eier vom Himmel fliegen…

Von Magdalena

… dann ist wohl Carnaval-Zeit oder das Staatstheater von Buenos Aires besetzt. So finden aufgrund von Subventionskürzungen vor dem besetzten Theater seit Dezember regelmäßig Aktionen statt, welche von den Nachbarn (und auch Hunden) der gegenüberliegenden Häuser entweder begeistert beobachtet oder mit Eiern beworfen werden. Ein-zwei Eier können jedoch eine Murga-Gruppe von 20 Leuten nicht so schnell vertreiben, die beschmückt mit ihren übergroßen Schmetterlingskostümen einfach weitertanzen. Eierregen für alle! artig steht mittendrin und verfolgt das Spektakel, das ein bisschen an die Uni brennt-Bewegung erinnert, nur mit mehr Verkleidung, Poesie und Glitzer. Besetzung Murga

Mehr Hitchcock und weniger Pina Bausch

Von Lino

Eine Woche ist schon fast vorbei und wir fangen langsam an uns daran zu gewöhnen, dass hier die Sonne nicht nur 5 Stunden am Tag scheint, sondern 14. Dass hier 28 Grad dafür sorgen, dass jede Bewegung in einem Schweißausbruch endet und nicht – 3 Grad dafür sorgen, dass einem unter den 4 Schichten Kleidung ein bisschen wärmer wird. Das hört sich jetzt für euch in Wien oder Europa an wie das Paradies, aber lasst euch gesagt sein: Der Körper kommt mit so einer rasanten Umstellung auch nur bedingt klar. Wie gut, dass wir wir ja noch 3 1/2 Monate Zeit haben, uns daran zu gewöhnen.

Seit Montag proben wir jetzt täglich für K.B.M., immer von 18 bis 21 Uhr a in einem Tanzstudio, welches wir uns gemietet haben. Matías, unser Regisseur, arbeitet auf eine ganz wunderbare Weise mit uns. Da K.B.M. ja ein Kinderstück ist, und es generell mit wenig (deutscher) Sprache auskommt, ist die körperliche Arbeit umso wichtiger. Wir werden uns unserer Körper und Bewegungen immer bewusster und so kann es auch passieren, dass wir erarbeitete Bewegungsabläufe ganz „kinderstückuntypisch“ wie in einem Hitchcockfilm darstellen sollen. Alex hatte wohl an bestimmten Bewegungsabläufen zu viel Spaß, sodass Matías ihn sagte, ein bisschen weniger Pina Bausch würde auch reichen…

So langsam wird uns allen bewusst, was wir eh schon wussten aber wohl nicht richtig verstanden haben: Wir sind hier nicht im Urlaub! Wir haben einen ungemein straffen Zeitplan, der 3 Tage die Woche 6 Stunden Probe, und die anderen 2 Tage 3 Stunden Probe umfasst. Denn Ende Februar haben wir mit K.B.M. bereits Premiere hier in Buenos Aires und gleich danach die erste Impro-Show. Und dann beginnt es erst richtig stressig zu werden, wenn wir auf Tournee fahren.

Jetzt am Wochenende haben wir das erste Mal wirklich 2 Tage frei und können uns die Stadt richtig ansehen und erfahren, wie es sich hier lebt. Ich melde mich wieder, wenn wir das Wochenende hinter uns haben.

Hasta luego!

unser ERSTER K.B.M.-Probentag im Estudio Deja-Vu

Angekommen…

Von Lino

Hallo Welt, Hallo Wien! Wir sind da! Jetzt wirklich. Ohne Spaß. Wir sind TATSÄCHLICH da…kaum zu glauben. Vor allem, wenn man weiß, wie Annes, Meggis und meine letzten Tage in Wien abgelaufen sind. Wir haben ja dieses Talent, kurz bevor wir ein großes Projekt angehen, unser artiges Leben in Österreich noch voll auszukosten. Und so hatten wir in der Woche vor unserer Abfahrt noch eine geniale Show in Göllersdorf, eine grandiose Show zusammen mit 12vorFuchs und Quintessenz in Wien sowie eine Sponsions- und Abschiedsfeier im Statt-Beisl. Naja, zumindest Meggi und Anne hatten eine… ich war zu diesem Zeitpunkt schon mit 39 Grad Fieber gesegnet und konnte mich kaum auf den Beinen halten. Zwei Tage vor einer 30 Stunden Reise ans andere Ende der Welt. Aber wo ein Wille ist ist auch eine Paracetamol-Tablette. Wär doch gelacht, wenn so eine kleine Grippe uns einen Strich durch die Rechnung machen würde und gut ein Jahr Planung über den Haufen wirft.

Und so ging es am 31. Jänner vom Westbahnhof los, ab nach, nein, leider noch nicht latina america, sondern nach München. Aber von da dann wirklich ab nach Westen, via Sao Paulo, bis nach Buenos Aires. 30 Grad! Sonne! Yeah! Rollo, unser Taxifahrer holte uns vom Flughafen ab, und brachte uns zum artig HQ, das Alex für uns organisiert hatte. Und selbiger erwartete uns dort auch schon: Wir waren wieder vereint, artig zu viert! Unser eigne Wohnung in Buenos Aires, im Stadtteil San Cristobal. Das vergangene Wochenende war denn erstmal dem Einleben, Einlaufen, und Einkaufen gewidmet. Aber jetzt, frisch und fast gesund beginnt der Ernst des Lebens: In 10 min. erste Besprechung für die Tournee und danach erste Proben für K.B.M. Es geht los… 🙂 Stay tuned for more… Hasta la vista! Und hier noch der Blick über B.A, von unserer Terasse, am 4. Februar um 12:55:  Photo 2

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