Una pausa, por favor, entschuldigung, once again!

Von Lino

Woche zwei. Gewitter Nummer zwei. Wochenende Nummer zwei. Alles haben wir bisher schon doppelt erlebt und doch ist so viel Neues dazugekommen. Am besten wir fangen mit dem Wochenende an: Nach einer Woche durchgehend Proben haben wir uns wirklich darauf gefreut, einfach mal nur zwei Tage nichts zu tun. Wobei „nichts“ stimmt so auch wieder nicht: Am Freitag sind wir direkt nach der Probe das erste Mal….

Stopp! Breaking News! Gerade eben (21:30) fangen sie unter uns an, auf der Straße rum zuschreien, dass irgendwas brennen würde. Ein Feuerwehrzug steht direkt vor unserem Haus, plus Polizei, plus einige Schaulustige. Anscheinend hat ein Grill im Innenhof gegenüber von uns Feuer gefangen. Wenn die Argentinier grillen, dann aber richtig! Da wird auch mal ein Auto mitgegrillt… Aber Entwarnung, alles ok, nichts ist passiert. Abgesehen von den Steaks, die jetzt wohl etwas zu durch sind.

Wo war ich? Ach ja, das erste Mal in einen Club gegangen. Der Club war ziemlich stilvoll, ein Wohnzimmerraum als Bühne und eine Art Wintergarten als Bar. Auf eine Große Leinwand über der Bar wurde Tim Burton’s Beetlejuice projiziert. Wir haben uns alle unsere Ration „Fernet con Cola“ an der Bar geholt und dann, tja dann sind wir nicht etwa tanzen gegangen oder haben angefangen uns unter die Einheimischen zu mischen, nein, wir wurden einfach so von dem Film gefesselt, dass wir ihn bis zum Ende angesehen haben. Als dann eine Indie-Band aus BA zu spielen angefangen hat, haben wir gemerkt, dass die Kombination aus einer Woche Probe, einer Temperaturveränderung von knapp 25 Grad zu Wien und kaltem Fernet ziemlich müde macht. Yeah!… Die Band war übrigens trotzdem ziemlich gut!

Der Samstag stand dann ganz im Zeichen von Ausschlafen und Shakespeare. Momentan ist in BA ein Shakespeare-Festival, und Alex hat bei einer Produktion Musik gemacht. Ein Impro-Shakespeare-Stück. Shakespeare ist toll, selbst auf Spanisch und komplett improvisiert versteht man die Handlung mühelos: Alle intrigieren gegen alle, und am Ende überlebt nur einer, der sich deswegen umbringt.  Das Ganze noch open air vor der Skyline BA. Sehr schön. Und natürlich war die Musik großartig!

Sonntag dann der berühmte Markt in San Telmo: Über einen Kilometer Stände und VerkäuferInnen. Es wurde sich mit Tangomusik und Mafalda-Comics eingedeckt, lecker gegessen und als Abschluss ein Fernet getrunken. Und dann, ja dann kam es, das Gewitter Nummer zwei. Das erste war ja bereits in der Nacht unserer Ankunft, daher haben wir es ziemlich verschlafen. Aber dieses hier… Zentimeterhoch Wasser in den Straßen, Regengüsse, die einen wegschwemmen und weit und breit kein Taxi, das uns nach Hause und ins Trockene bringt. Also Beine in die Hand und los zur nächsten Busstation. Vom Bus dann in die U-Bahn und nach Hause. Dachten wir. Obwohl, Meggi und ich hatten Glück, unsere Linie fuhr noch, obwohl im ganzen U-Bahn-Schacht Wasser eindrang und ständig die sehr beunruhigende Meldung über die Lautsprecher kam, dass kein Grund zur Beunruhigung bestünde. Anne hatte weniger Glück: Ihre Linie war bereits weggeschwemmt und sie hatte eine Odysee homerischen Ausmaßes zu erleiden, ehe sie nach Hause kam. Alles, was nicht 25 Grad und blauer Himmel ist, stürzt die Stadt anscheinend ins Chaos.

Tango

Mafalda

Überschwemmung

Ein Wort noch zu den Proben, vor allem zu den babylonischen Sprachverwirrungen die dort mitunter herrschen. Ich spreche, wie wohl hinreichend bekannt, kein Spanisch. Matias, unser Regisseur kein Deutsch. Anne, Meggi und Alex dagegen fließend Spanisch und ich fließend Deutsch. Wir alle Englisch. Doch klappt das Verständnis unter einander trotzdem super, es wird einfach alles in allen Sprachen gesagt, und zwar von, tja, auch irgendwie allen. Das führt dann zu so schönen Satzkonstruktionen wie im Titel beschrieben. Aber hey, wir sind alle SchauspielerInnen, zur Not verständigen wir uns auch durch Schnalz- und Klacklaute! Die Proben laufen wirklich gut, wir haben mittlerweile durch viel Körperarbeit unsere Charaktere für K.B.M (Kleine bunte Männchen) fixiert. Teilweise sind sie ganz anders geworden, als wir es uns vorgestellt haben, was die Proben sehr spannend macht. Momentan sind wir dabei, die Lieder und Gedichte für das Stück zu entwickeln, was sehr viel Spaß macht.

Proben

Proben

Proben

Proben

Das wäre nun auch das Neuste aus Argentinien von uns, wir sind gespannt, was uns diese Woche erwartet. Und ihr werdet es dann zu lesen bekommen.

Hasta luego!

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